Urlaubszeit ist Einbruchzeit

11August

Urlaubszeit ist Einbruchzeit

"Durchschnittlich 17 Mal pro Stunde wird irgendwo in Deutschland eingebrochen. Die Aufklärungsquote liegt bei unter 20 Prozent. … Mieter und Eigentümer sollten ihr zu Hause entsprechend sichern."

Das sagt Annett Engel-Lindner, Rechtsanwältin und Fachreferentin für die Immobilienverwaltung beim Immobilienverband IVD. Damit nach dem wohlverdienten Urlaub keine böse Überraschung zu Hause wartet, hat der IVD eine Checkliste zum Thema Einbruchsschutz erstellt. "Wer einfach nur die Tür verriegelt und sich keine Gedanken über weitere Schutzmaßnahmen macht, läuft Gefahr, in den Fokus von Einbrechern zu geraten. Mit ein paar kleinen Tipps und Vorkehrungen lässt sich das Einbruchs-Risiko verringern", sagt Engel-Lindner.

Korrekte Verriegelung

Der wichtigste Punkt ist eine sachgemäße Verriegelung der Wohnung. Fenster und Türen müssen fest verschlossen sein. "Dabei ist vorab zu prüfen, ob alle Schließmechanismen intakt und stabil sind. Ein defektes Fenster ist geradezu eine Einladung für Verbrecher", so die Fachreferentin. Das gleiche gilt für Sonderschließanlagen. Diese sind sehr hilfreich, doch oft vergessen Bewohner, diese vor dem Urlaub zu aktivieren und zu überprüfen.

Die Außenwirkung

Eine ganz entscheidende Maßnahme aber ist die Außenwirkung des Hauses oder der Wohnung während der Abwesenheit. Einbrecher beobachten Wohnungen teilweise tagelang, um herauszufinden, ob die Bewohner im Urlaub sind. Beispielsweise weist ein überquellender Briefkasten auf Abwesenheit hin. Eine vertraute Person sollte diesen deshalb regelmäßig leeren und auch ab und an die Rollläden/Gardinen öffnen und das Licht einschalten. "Ein solches Vorgehen impliziert bei einem Einbrecher, dass das Haus bewohnt ist", erklärt Engel-Lindner. Eine eingebaute Zeitschaltuhr für die Lichtquellen kann ebenfalls Anwesenheit simulieren.

Vorgehen Mehrfamilienhäuser

Vernachlässigt werden oft die Fußmatten, die in der Wohnung liegen sollten. "Gerade in Mehrfamilienhäusern gibt es Reinigungsdienste, die während der Säuberung die Fußmatte nach oben klappen. Wenn diese nun länger hochgeklappt bleibt, ist eindeutig sichtbar, dass die Bewohner nicht zu Hause sind", so Engel-Lindner. Auch auf den Anrufbeantworter sollte geachtet werden. Ist dieser eingeschaltet oder sogar mit einer lustigen Urlaubsabwesenheit versehen, haben Einbrecher ein leichtes Spiel.

"Wer in der Urlaubszeit auf keinen Nachbarn oder Bekannten zurückgreifen kann und sich lieber auf die Technik verlassen möchte, kann seine Fenster und Türen auch mittels Sensoren oder digitaler Türspione überwachen. Und das geht ganz leicht über eine App auf dem Handy", sagt Michael Bräuern Bereichsleiter Marketing bei der ABUS August Bremicker Söhne KG.

Sollte es trotzdem zu einem Einbruch kommen, ist es wichtig, dass Wertgegenstände in Bankschließfächern liegen und nicht offen auf dem Schreibtisch. "Der Einbrecher darf es nicht leicht haben, Wertgegenstände zu finden. Eine sichere Aufbewahrung von Schmuck, Laptop und anderem wertvollen Besitz ist ein effektiver Schutz vor Diebstahl", erläutert Engel-Lindner.

 

Die IVD-Einbruchsschutz-Liste

Vor der Abreise unbedingt überprüfen:

  • Sind alle Fester/Türen verschlossen und intakt?
  • Ist der Anrufbeantworter abgestellt?
  • Sind alle Wertsachen weggeschlossen?
  • Sind alle Zeitschaltuhren aktiv?
  • Sind Nachbarn und vertraute Personen informiert?
  • Liegt die Fußmatte in der Wohnung?
  • Vor-Ort-Sicherheitscheck durchgeführt?

 

Eine vertrauenswürdige Person um Folgendes bitten:

  • Briefkasten regelmäßig leeren
  • Gelegentlich Licht anmachen und Rollläden öffnen
  • Fußmatte runterklappen
  • Urlaubsvertreter in die Sicherheitstechnik einweisen

 

Der IVD weist darauf hin: Mit der Checkliste kann man einige wichtige Schutzmaßnahmen gegen Einbruch ergreifen, eine 100-prozentige Sicherheit kann sie natürlich nicht gewährleisten.

 

Quelle: www.ivd.net

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